Pubertät von Jungen Darauf müssen Väter besonders achten

Die Pubertät – was für eine Achterbahn?! Jeder, der sie erlebt hat, weiß von ihrer Tragweite. Von ihrer Kraft, das gesamte Leben auf den Kopf stellen zu können. In diesem Artikel geht es um die Rolle des Vaters. Darin möchte ich allen Vätern ein paar Gedankenanstöße mitgeben, worauf zu achten ist, wenn ihr Sohn gerade in diese turbulente Lebensphase eintritt.

1. Der Vater Deiner Pubertät

Eine der bedeutendsten Schlüsselfiguren innerhalb der Pubertät des Jungens ist der Vater. Dieser bildet die entscheidende Rolle, wenn es darum geht, dem Jungen zu sagen: “Mein Sohn, Du bist jetzt ein Mann!” Überlege einmal für Dich, ob Dein Vater diese Worte jemals zu Dir gesagt hat. Und wie es sich anfühlen würde, wenn er dies einmal gesagt hätte. Mir schießen nur bei dem Gedanken daran wortwörtlich Tränen in die Augen. Es geht aber nicht nur um das Sagen, sondern vielmehr um das Einführen in die Männlichkeit. Man könnte diese Phase des Jungen auch als die “Von Mann zu Mann!” Phase bezeichnen.

Der Vater zeigt seinem Sohn, wie er nun mit den neuen Veränderungen klar kommt. Wenn Du Vater bist, dann kommt es in dieser Phase darauf an, Deinem Sohn eine Menge wirklich wichtiger Dinge zu erklären.

  • Wie rasiert man(n) sich?
  • Wie verhält es sich mit den Bienchen und Blümchen WIRKLICH?
  • Was bedeutet wirkliche Liebe mit Frauen?
  • Wie ticken Frauen?
  • Was ist sollte man(n) über Sex, Verhütung, Zärtlichkeit und Nähe wissen?

2. Es geht dabei nicht um wissenschaftliche Faktensammlung, sondern um Erfahrungsaustausch.

Gib Deine Erfahrungen an Deinen Sohn weiter und nimm ihm damit eine Menge Angst und Unsicherheit ab. Unterbewusst will er in dieser Phase von Dir das “Mann sein” lernen und dafür von Dir Bestätigung erfahren! Es kann dabei auch sein, dass sich Dein Sohn lieber Rat woanders holen möchte. Vielleicht bei seinem älteren Bruder, seinem Onkel oder einer anderen Person, die ihm nahe steht.Das ist dann ein Teil des Abnabelungsprozesses und auch vollkommen okay. Erzwinge in diesem Fall nichts, er wird zu Dir kommen, wenn er es will.

3. Sei einfach da!

Kurz um: Sei für Deinen Sohn einfach da! Erzwinge nichts, sondern nutze Deine männliche Reife und Geduld, um Deinem Sohn im richtigen Moment zur Seite zu stehen. Tröste ihn, wenn er seinen ersten Korb von einer Frau bekommen hat. Reiche ihm einen Kühlbeutel, wenn er sein erstes blaues Auge von einer Schlägerei bekommen hat. Erzähle ihm von Deiner Kindheit, von Deinen Frauengeschichten und von Deinen Missgeschicken.

Achte auf seine Bedürfnisse und passe Dich diesen an. Wenn er keinen Bock auf “Vater und Sohn Action” hat, sondern lieber mit seinen Freunden um die Häuser ziehen will bzw. auf Mädchentour gehen möchte, dann respektiere das. Lass ihm den Freiraum, denn er ist wichtig für seine männliche Identitätsbildung.

Pupertät Jungen - Worauf ich als Vater achten muss

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4. Bleib Dir treu und sei kompromissbereit

Achte aber auch darauf, niemals Deine eigene Integrität zu verlieren. Dein Sohn soll zu Dir aufschauen, sich an Dir orientieren. Wenn Du Dich verstellst, um ihm zu gefallen, wirkt das wie ein Kerl, der so tut, als würden ihm Frauenschuhe gefallen, nur um damit eine Frau zu beeindrucken. Niemand fällt auf so was rein und niemand findet das attraktiv. Sei ruhig ehrlich, wenn Dein Sohn Verhaltensmuster an den Tag legt, die Dir fremd sind.

Mein Vater konnte z.B. nichts mit meinen Computerspielen anfangen. Für ihn war das Zeitverschwendung. Aber umso mehr er es mir verbot, desto stärker war mein Drang, zu am Computer zu spielen. Erarbeite lieber zusammen mit Deinem Sohn bestimmte Regeln dafür. Da meine Schulnoten sehr schlecht wurden, einigten mein Vater und ich uns darauf, dass ich 2 Tage die Woche komplett ohne Widerspruch zocken durfte. Die restlichen Tage sollten dagegen anderweitig genutzt werden. Ich konnte (nach einigem Widerspruch) gut damit leben.

Entscheidend ist bei diesem Verhalten, dass mein Vater meine Bedürfnisse respektierte, gleichzeitig aber seiner Rolle als Vater nachkam. Er blieb mit mir im Kontakt, entschied nichts über mich hinweg, sondern auf Augenhöhe.

5. Erlebt zusammen Abenteuer!

Der Punkt des Abenteuers aus dem zweiten Teil ist ein ganz wichtiger und darum möchte ich auf diesen besonders eingehen. Björn Leimbach hat mich in seinem Buch “Männlichkeit Leben” darauf gestoßen. Darin geht es unter anderem um Initiationsrituale alter Kulturen, die Jungen in der Pubertät zu Männern machten. In dem Artikel “Hilfe, mein Sohn macht was er will – Die Ursachen für jugendlichen Größenwahn” bin ich genauer darauf eingegangen.

Heute gibt es nicht mehr diese Möglichkeiten, alte Rituale durchzuführen. Du kannst jedoch die Möglichkeiten der modernen Zeit nutzten, um Deinen Sohn in die Männerwelt zu “initiieren”. Ich meine damit, dass Du als Vater z.B. nur mit Deinem Sohn eine Wandertour auf einen wirklichen hohen Berg machen könntest. Eine Woche, in der ihr beide gemeinsam schwitzt und an eure physischen Grenzen geht. Vielleicht sogar einigen Gefahren ausgesetzt seid.

Oder ihr erlebt gemeinsam einen Tauchkurs. Macht Tiefseetaucherfahrungen im Mittelmeer. Besucht ein Messerschmiedeseminar. Geht auf Wanderexpeditionen in wilde Wälder. Schlaft nachts draußen unter freiem Himmel und und und. Bei solchen Abenteuern lernt Dein Sohn mehr von Dir, als von 1000 gesprochenen Worten. Er schaut sich Verhaltensweisen von Dir ab, geht gemeinsam mit Dir an seine Grenzen und schlägt Dich vielleicht sogar in einigen Bereichen.

Ihr erlebt gemeinsam Abenteuer auf Augenhöhe – wie zwei Männer. Da erwächst Respekt und väterliche Verbundenheit – Verbundenheit zur eigenen Männlichkeit!

6. Noch eine Erfahrung zum Schluss

Es gibt etwas, darauf ist jeder Sohn scharf. Das ist etwas, dass Jungen nicht nur in der Pubertät hören wollen, sondern eigentlich jeder Mann jeder Altersklasse. Und dabei bekommt es so gut wie nie jemand zu hören. Ich rede von diesen magischen Worten:

Mein Sohn, ich bin Stolz auf Dich. Du bist nun ein Mann!

Graviere Dir diesen Satz in Dein Herz. Er ist aller Reichtum dieser Welt für Deinen pubertierenden Sohn wert. Das ist die Männlichkeitslegitimation, auf die jeder Junge wartet. Meistens fordern Väter Jungen in der Pubertät zu immer mehr Leistung und zu noch mehr Perfektion auf. Das ist auch häufig okay so, so funktionieren wir Männer nun einmal. Aber diese wichtigen Worte finden häufig nie Gehör in den Ohren Deines Sohnes. Auch nach Jahren streben Söhne dann immer noch danach, die Erwartungen ihres Vaters zu erfüllen.

Mit diesen einfachen Worten kannst Du Deinem Sohn sehr in seiner Entwicklung helfen. Ich rede von Anerkennung seiner Männlichkeit, seinem Mann sein und damit auch von seiner Abnabelung gegenüber seinen Eltern. Das Ergebnis wird nicht sein, dass er allein in die Welt zieht und keinen Vater mehr nötig hat. Er wird vielmehr seinen Vater auf Augenhöhe betrachten! Spüre selbst einmal, ob Dein Vater so etwas zu Dir gesagt hat und wie es sich anfühlen würde, wenn er dies zu Dir sagen würde.

“Mein Sohn, ich bin Stolz auf Dich. Du bist nun ein Mann!”

Fühlt sich gut an, oder?! Dann lass es Deinen Sohn auch wissen, dass Du stolz auf ihn bist, dass Du ihn liebst und wertschätzt und dass er ein Mann wird! Im Übrigen: Gleiches gilt auch für Deine Tochter. Viele Väter begehen den Fehler, dass sobald ihre Töchter Brüste bekommen, sie jeglichen Kontakt mit ihr abbrechen. Die Väter fühlen sich häufig unwohl dabei, dass ihre Tochter nun zu einer Frau wird.

Sie sind überfordert, wie sie damit umgehen sollen, ohne Gefahr zu laufen, gesellschaftlich in Verruf zu geraten. Darum brechen sie einfach jeden körperlichen, teils auch emotionalen Kontakt mir ihrer Tochter ab. Die Folgeschäden für die Tochter sind häufig über Jahre nachwirkend und prägen ihr auf entscheidende Weise ein negatives Männerbild. Auch hier gilt, bleibe im Kontakt mit Deinen Kindern. Gerade in der Pubertät brauchen sie Dich!

Wenn Du selber gerade in der Pubertät steckst und mit einigen Prozessen überfordert bist, könnten Dir meine Pubertätserfahrungen helfen. Diese findest Du in dem Artikel “Bin ich in der Pubertät? – Die Wandlung vom Jungen zum Mann!” Egal, ob Du dabei bist ein Mann zu werden oder Deinen Sohn auf diesem Weg unterstützen möchtest, das Thema Männlichkeit und was wirklich dahintersteckt, ist ein essenzieller Bestandteil dieses Prozesses. Um Dich dabei zu unterstützen, schreiben Sven und ich die kostenfreie Männlichkeits-Mail.

In ihr findest Du Inspiration, aber auch klare Handlungsanweisungen, die Dich in Deiner Entwicklung als Mann (egal ob als Vater oder als Sohn) wirklich voran bringen.

Besonders wichtig sind dabei diese 3 Lektionen:

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8 Kommentar

  1. Hallo
    Meine Pubertät verlief unglücklich. Mein Vater war ein Arsch.Ich war Symptomträger in der Familie, bekam alles ab.Als uch ein Bikd von.meinen Schwanz machte flipote der Typ total aus
    Leude noch heute untet dem Sack.Er ist tot.Totgesoffen.

    LG

    Jochen

    • Hey Jochen,
      ich glaube dir, das eine solch emotionale Vergangenheit schmerzt und dich leiden lässt. Umso wichtiger ist es meiner Erfahrung nach, dass du die emotionalen Verstrickungen der Vergangenheit loslässt und dein Potential im Jetzt entfaltest.
      Übungen dazu findest du hier:
      https://www.maennlichkeit-staerken.de/mann-sein/ich-hasse-meinen-vater/
      Viel Erfolg dabei – achso, abboniere unseren newsletter. Auch der setzt sich häufig mit dem Thema auseinander!

  2. Hi,
    finde den Beitrag sehr gut. Habe leider nicht die Möglichkeit in meiner Pubertät vieles von meinen Vater zu lernen. Er ist genau zu dieser Zeit, nach langer Krankheit verstorben. Ich wünschte er hätte mir mehr mitgeben können. Hatte dadurch auch Schwierigkeiten mich als Mann zu entwickeln. Mittlerweile habe ich zwei langjährige Beziehungen hinter mir und bin stolzer Vater einer Tochter.
    Ihr habt vollkommen Recht. Jeder sollte sein Leben selbst in die Hand nehmen und jeden Tag an seinen Projekten arbeiten und sie durchziehen. Wichtig ist es auch sie wirklich durch zu ziehen. Nicht nur immer darüber zu reden, sondern es auch zu tun. Werde auch in Zukunft Fehler machen. Na und. Nur wer Fehler macht und sie erkennt kann daraus lernen. Also Männer bleibt authentisch!

  3. Hallo Martin,

    ich bin kein Mann, sondern Mutter eines 14jährigen Sohnes in voller Pubertät.

    Vielen Dank für die Einblicke in die richtige Richtung! Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, die Bedürfnisse meines Sohnes anders zu sehen.

    Es passiert genau das, was du beschreibst: Auf alle ritualähnlichen Versuche meines Sohnes (E-Shisha, offene Rebellion gegen Lehrer, Leistungsverweigerung, unbeirrte Suche nach einer Freundin) reagieren Lehrerin und ich mit Predigten, Sanktionen oder von mir mit “Was-ist-denn-nur mit-dir-los?-Fragenkatalogen.

    Jetzt verstehe ich die Aktionen eher.

    Vielen, vielen Dank dafür.

    Gruß Karin

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