Pornosucht Die Gesellschaftsdroge Nummer 1

Seit 2009 rücken Pornos und deren Konsum immer weiter in den Fokus von Suchtexperten. Davor war Pornosucht ein unbekanntes sowie unerforschtes Phänomen. Man glaubte lange Zeit, dass die kleinen Schmuddelfilmchen Zeichen einer aufgeklärten Gesellschaft seien und als unangenehme Begleiterscheinung die Zwangsprostitution fördern bzw. sexueller Verrohung verstärken.

Im Iran werden diese Filme mitunter sogar als Zeichen einer sexuellen Rebellion 1)Spiegel Online: Sexuelle Revolution in Iran: Erst kommt die Lust, dann die Moral – 26.03.2013 betrachtet und kann langjährige Freiheitsstrafen mit sich bringen. Das hinter dem Phänomen Porno jedoch mehr steckt, als man(n) es im ersten Moment glauben mag, zeige ich in diesem Artikel.

Dieser Artikel ist Teil einer Blogparade rund um das Thema Mann sein und Männlichkeit. Weil Pornos das Sexualleben vieler Männer (und Frauen) in der heutigen Zeit stark beeinflussen, ihnen teilweise sogar völlig falsche Vorstellungen präsentieren, ist eine kritische Auseinandersetzung umso wichtiger.

Häufig wird darin ein Männerbild dargestellt, der einem überpotenten Supermann entspricht. Nur wenige Männer können dieser “Erwartung” gerecht werden, und erleiden daher schwerwiegende Unsicherheiten. Zudem bilden sich schnell Süchte im Zusammenhang mit Pornos aus.

Besonders für Menschen, die sich im Strudel einer Pornosucht bewegen, möchte ich mit einem etwas ungewöhnlicheren und praktischen Experiment einen Ausweg aus seiner bzw. ihrer Sucht zeigen. Aber dazu weiter unten im mehr.

Vorher mag ich anhand des historischen Verlaufes von Pornographie und unserem genetischen Wirkprogramm ein Bewusstsein darüber schaffen, ab wann jemand pornosüchtig ist und weswegen Porno das Leben vieler Menschen so negativ beeinflusst.

Die Historie der Pornographie

Pornographie – also die Darstellung von Menschen, die miteinander Sex in verschiedenster Couleur haben, ist so alt, wie die Menschheitsgeschichte selbst.

Überall auf der Welt gehörte die Darstellung von Sex zu einem festen Bestandteil der Kunst und Kultur. Das Kamasutra beispielsweise diente als Bild-/Regelwerk um Männer und Frauen verschiedene Sexpraktiken zu bieten, auch wenn diese unterschiedliche Größen und Passformen (großer Penis, kleine Vagina oder umgekehrt) hatten.

Naja, diese Betrachtung des Kamasutras hat sich in der heutigen Interpretation ganz schön gewandelt.

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Die alten Kulturen wussten, wie sogar moderne Homo Sapiens erstaunt werden können

Seit der zunehmenden Aufklärung und der fortschreitenden Mechanisierung der Welt, hat die Pornographie jedoch ein neues Level erfahren. Nehmen wir als Beispiel den Playboy: Die erste Ausgabe aus dem Jahr 1953 wurde 55.000 mal verkauft. Eine gewaltige Stückzahl für ein Magazin, welches außer nackiger Frauen auch ganz brauchbare Artikel zu bieten hat. Knapp 20 Jahre später hatte das Magazin eine Auflage von über 7 Millionen mal – dies war im Jahre 1972.

Seitdem sind die Verkaufszahlen langsam rückläufig, obwohl trotzdem noch mehrere Millionen Exemplare pro Auflage weltweit verkauft werden. Der Grund für den Rückgang liegt unter anderem daran, dass in den vergangen Jahrzehnten die Zeitschrift zusehens von Porno-VHS Kassetten abgelöst wurden. Aus bewegungslosen Bildern mit Phantasiepotential wurden festgeschriebene Fickieplots. Der erotischen Kreativität wurde damit ein gewaltiger Dämpfer verpasst.

Stattdessen ist alles mundgerecht bzw. schwanzgerecht festgelegt. Dem heimlichen Erotikabenteuer in den eigenen vier Wänden stand nix mehr im Wege.

Hinweis

Wenn du deine größten Sexabenteuer bisher nur in Pornos gelebt hast, möchte ich dich auf die “»5 Sex-Prinzipien, durch die Sex mit dir unvergesslich wird«” aufmerksam machen. Hier lernst du, wie du wirklich geilen, leidenschaftlichen, verbindenden Sex erfährst und das so oft, wie du willst.

Übrigens ist bis heute der profitabelste Film aller Zeiten ein Pornofilm aus den 70iger Jahren. Knappe 25000$ Produktionskosten haben bis 2005 über 600 Millionen Dollar eingespielt 2)Constantin Film: Inside Deep Throat; 09.02.2006 – da leckt sich jeder BWL Student die Finger nach.

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Dr. Love entdeckt die Klitoris – im Hals!

Der Film heißt Deep Throat und wurde 2005 in Form der Dokumentation “Inside Deep Throat” wunderbar aufgearbeitet und soziokulturell beleuchtet.

Highspeedinternet und die Pornosucht

Doch die VHS war nur der Vorgeschmack auf das, was heute möglich ist. Das Highspeed – Internet bietet mittlerweile jeglichen Fetisch in absoluter HD Auflösung zum bequemen Wichsquickie für zwischendurch. Über 30000 Pornos werden durchschnittlich pro Sekunde konsumiert. Studien zufolge sollen sogar 30% des Internetverkehrs pornographischen Zwecken dienen3)PC-Welt.de: Porno-Seiten machen 30 Prozent des gesamten Internet-Traffics aus: 08.05.2013 .

Und das Interesse wächst und steigt weiter an. Mittlerweile werden über vier Milliarden US-Doller pro Jahr allein durch den Internetvertrieb von Pornos gemacht. Was für ein Markt! Und kein Ende in Sicht. Doch warum ist das eigentlich so? Man könnte doch meinen, dass einhundert Filme mit schönen Darstellern und Darstellerinnen ausreichen würden, um weltweit das Bedürfnis nach Porno zu stillen?

Aber das Gegenteil ist der Fall – es müssen jederzeit neue Filme mit neuen Menschen produziert werden, um das wachsende Bedürfnis zu stillen. Und warum?

Das genetische Pornoprogramm

Um das zu beantworten, lohnt es die biologische bzw. genetische Seite der Säugetiere zu betrachten.

Das biologische System, besonders von Männern, aber auch von Frauen ist darauf aus, sich möglichst vielfältig mit verschiedenen Partnern zu paaren. Steht jedoch nur eine Frau zur Verfügung, zum Beispiel in einer festen Monogamie, wird anfangs noch gevögelt, bis die Lunte qualmt. Genug scheint nicht genug – honeymoon lässt die Säfte kochen.

Doch mit der Zeit werden die Zeitintervalle zwischen Sex und erneutem Sex immer länger. Als man seine Freundin oder Frau kennengelernt hat, wurde mindestens 3 mal täglich gepimpert, nach einem Jahr vielleicht nur noch 3 mal pro Woche und so weiter. Wenn du lernen willst, wie du auch langfristig in deinen Beziehungen

Die sexuelle Attraktivität geht verloren. Die Freundin will nicht mehr mit einem schlafen oder umgekehrt. Erscheint jedoch eine neue Frau auf dem sexuellen Radar, weil zum Beispiel ein polygames Experiment gestartet wird oder die Freundin einen verlassen hat, beginnen die Säfte wieder von Neuem zu kochen.

 

Plötzlich ist genug wieder nicht genug – es wird wieder gevögelt, bis die Lunte qualmt. Sex wird zu immer besserem Sex. Und solange stets neue Frauen zugeführt werden, bleibt das Zeitintervall von einem mal Sex bis zum nächsten mal Sex sehr kurz. Erst wenn keine neuen Paarungspartner erscheinen, verlängert sich das Zeitintervall.

Dieses Prinzip gilt für Menschen, wie für viele andere Tierarten dieser Welt. Verhaltensforscher haben ihn den »Coolidge-Effekt«4)Zeit-Online: Das Rätsel der erlahmenden Libido; 04.06.1998 genannt. Dieser Effekt kann sogar so weit gehen, dass Lebewesen sich dadurch zu Tode rammeln bzw. an Auszehrung sterben (weil Essen und schlafen nicht attraktiv genug ist).

MRT Aufnahmen klären auf

Dank modernster Bildgebung wissen wir auch, warum Lebewesen so handeln. Der Grund liegt an der erhöhten Dopaminausschüttung im Gehirn, wenn sexuelle Reize wahrgenommen werden. Diese Ausschüttungen sind mittels PET Aufnahmen sichtbar5)Stern.de: Was beim Sex im Kopf passiert.

Dopamin, auch als das Glücks- bzw. Motivationshormon im Volksmund bekannt, ist ein Neurotransmitter, welcher unter anderem dafür sorgt, dass wir uns gut fühlen und motiviert etwas erreichen wollen. Jedes mal, wenn unsere Sinne etwas Sexuelles wahrnehmen, werden wir belohnt, durch einen kleinen Dopaminkick – jedes mal! 

Und weil wir Gefühlsjunkies stets danach streben, mit möglichst geringem Aufwand uns möglichst gut zu fühlen, wollen wir natürlich immer mehr von den sexuellen Reizen haben.

Daran ist per se auch nix Verkehrtes. Dieses Verhalten hat unser Überleben gesichert. Der Glücksmoment durch Dopamin hat unseren Vorfahren dabei geholfen, risikobereiter zu sein, um potentiell die Gene fortzupflanzen. Alles super – das ist Evolution und läuft schon seit vielen Jahrtausenden ganz wunderbar.

Dopamin meets Redtube

Doch seit 20 Jahren gibt genau dieser Effekt vielen Männern da draußen einen ordentlichen Tritt zwischen die Beine – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn während sie von Video zu Video klicken, ihr Gehirn von Frauen fingern, über Squirten zum Akkordrammeln alle Informationen verarbeitet, läuft die Dopaminausschüttung auf Hochtouren.

In einer Stunde kann ein Junge mehr nackte Frauen sehen, als sein Großvater in seinem ganzen Leben. Und weil sich das so gut anfühlt, macht er auch immer freudig weiter. Verstehe mich nicht falsch, ich gehöre auch zu diesen Jungen – jaja, auch ich habe Pornos geschaut und das nicht zu knapp.

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Mein erstes Mal

Aber meine Anfänge sahen ganz anders aus. Meine ersten sinnlich-sexuellen Erfahrungen mit Pornographie hatte ich nicht bei einem 20 minütigen Pornoclip. Ich habe einen Film geschaut, in dem eine blonde Schönheit ihren BH öffnete – das war´s. Mehr war nicht nötig und meinen Samenerguss hinauszögern war nicht mehr möglich.

Zudem habe ich den Film auf einem winzigen Fernseher mit verschneitem Empfang gesehen… ich habe eher weniger als mehr gesehen, aber mein Verstand ging bei dem wenigen schon durch die Decke. Heutzutage würde ich an dieser Stelle sicherlich die Vorspulfunktion suchen, um endlich zum spannenden Teil (Penis in Muschi *klatsch-klatsch*) vordringen zu können. Andernfalls könnte ich noch nicht mal einen hochbekommen.

Tja, die Zeiten und der Pornokonsum haben mich wohl geändert. Doch warum ist das Ganze überhaupt so wichtig? Gute Gefühle sind doch fein und es bringt eine Menge Spaß, oder?

Die Folgen einer Pornosucht

Auf der einen Seite entstehen mit dem Pornoskonsum eine Vielzahl menschenrechtlicher Probleme, auf die ich genauer im nächsten Artikel »Ich bin pornosüchtig – na und?« eingehen werde (ist noch in Arbeit :-/).

Auf der anderen Seite verändert sich mit steigendem Pornokonsum und der dadurch bedingten Dopaminausschüttung, das Gehirn sowie das Verhalten der Konsumenten. Bei regelmäßigem Pornokonsum beginnt sich eine Pornosucht herauszubilden. Dabei nutzt Pornographie denselben Suchtmechanismus wie Heroin. Das bedeutet, dass Porno dasselbe süchtig machende Potential wie Heroin hat.

Die stetige Dopaminausschüttung in unserem Gehirn, fühlt sich so gut an, dass man immer mehr von dem Stoff haben will.

Dieses Verhalten wird dadurch verstärkt, dass das Medium Internet überall zugänglich ist und fast nichts kostet. Das bedeutet, dass man alleine Zuhause über Stunden am Stoff saugen kann, ohne dass es jemandem auffällt. Weder Freunde noch Bekannte haben darauf einen Einfluss. Es findet kein soziales Feedback bzw. Kontrolle statt. So entsteht ein Kreislauf, der häufig in süchtigem Verhalten endet.

Übrigens:

Dieser Artikel ist teil des Wissennetzwerk Männlichkeit / Weiblichkeit, bei dem über 60 Blogger über ihre Erfahrungen mit ihrer Polarität des männlich-weiblichen geschrieben haben. Weiterführende Artikel zu diesem Thema sind zum Beispiel:

Klicke dich ruhig jetzt oder später durch die weiteren Artikel.

Woran erkenne ich eine Pornosucht

Da das Phänomen der Pornosucht noch ein neues und recht unerforschtes Phänomen ist, sind anfängliche Suchtzeichen noch schwer auszumachen.

Ich habe mich zu diesem Zweck mit dem Pornosucht-Experten Philip Kupka getroffen, der das Thema Pornosucht und seine Folgen in den letzten Jahren sehr intensiv untersucht hat. In seinem englischsprachigem Blog geht er ausführlicher auf das Thema ein. Der Name seines Blogs lautet: http://truerebootandbeyond.com/

Auch er hat mir bestätigt, dass eine anfängliche Suchterkennung nach eindeutigen Kriterien sehr schwierig sei, zeigte mir jedoch eine Möglichkeit, wie jeder sofort weiß, ob er pornosüchtig ist oder nicht. Wie dieser Selbsttest aussieht und welche Prinzipien dich aus der Sucht wieder befreien, erfährst du in diesem Interview:

 

Wenn ich lieber Zuhause bleibe und Pornos schaue, als mich mit einem Mädel zu treffen, um mit ihr eventuell exstatischen Sex zu haben, dann weiß ich, dass ich pornosüchtig bin. Fuck, das ist mir in der Vergangenheit schon mehr als einmal passiert. Doch auch das beschreibt noch nicht die katastrophalen Folgen, die tatsächlich mit einer Pornosucht einhergehen. Wie Philip bereits angedeutet hat, kommen nebst der Abhängigkeit ganz andere Schwierigkeiten dazu…

Die Spätfolgen der Pornosucht

Dopamin ist nur der erste Schritt einer langen Reaktionskette, die besonders im zentralen Nervensystem agiert und dieses verändert. Wird das Konsumverhalten fortgeführt, kommt es im Gehirn zu strukturellen Veränderungen6)TEDxGlasgow – Gary Wilson: The great porn experiment; 7:30min.

Neuroplastizität nennen dies Gehirnforscher und es beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich auf äußere Umstände einzustellen. Im Falle eines Pornosüchtigen bedeutet dies, dass andere Bereiche des Lebens plötzlich an Interesse verlieren. Im Strudel einer Pornosucht kommt es nur noch darauf an, den nächsten Videoclip zu sehen und das war´s. Alles andere im Umfeld verliert jeglichen Reiz.

Die Isolation der Pornosucht

Das bewirkt, dass Menschen mit Pornosucht sich immer weiter zurückziehen, unter sich bleiben und nach außen hin depressiv bzw. leidenschaftslos wirken. Ihre Leistungen sinken, sie bekommen Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, werden stetig energieärmer, büßen jegliche Willenskraft ein und verlieren im weiteren Verlauf häufig ihren Job.

Natürlich ist dies ein schleichender Prozess. Aber mit wachsender Abhängigkeit werden die Wesensveränderungen immer deutlicher. Soziale Verarmung, Unfähigkeit sozial zu interagieren, Neurosen- und Psychosenausprägung, illegale Fetischbildung, Libidoverlusst bis hin zum kompletten sexuellen Unvermögen (erektile Dysfunktion) kommt während der Pornosucht zum Vorschein.

Tatsächlich ist das Suchtbild Pornosucht deswegen so neu, weil es lange Zeit dauerte, bis sich die ersten Probleme bemerkbar gemacht haben. Wegen einer Depression oder sozialen Unfähigkeiten gehen (leider) wenige Menschen zum Arzt. Und wenn, dann wird häufig aus Scham oder anderen Gründen, erstmal in anderen Bereichen des Lebens geforscht, anstatt den Finger auf Pornos zu legen.

Aber wenn man keinen mehr hochbekommt und weder Viagra noch andere Aufstehpillchen helfen, wird der Antrieb zum Arzt zu gehen, schon deutlich gesteigert. Denn an dem Punkt kann man schließlich keine echte Frau mehr befriedigen und fühlt sich nicht mehr als richtiger Mann.

Durch Pornosucht potenzlos

Wer jetzt den Kopf schüttelt und meint, dass zwischen Pornokonsum und erektiler Dysfunktion kein Zusammenhang bestände – im Gegenteil, dass eine sorgt eher sogar für das Gegenteil – der irrt! Denn im sehr weit fortgeschrittenen Stadium der Pornosucht, geht jegliches Stehvermögen des Mannes verloren. In aller Regel geht das auch mit einem Libidoverlust einher.

Aus diesem Grund kann auch Viagra nicht mehr helfen, weil das Signal von sexueller Lust im Gehirn fehlt. Viagra braucht jedoch zur Wirkentfaltung eben dieses Signal. Kein Signal – keine Wirkung – kein Ständer – kein Spaß! 7)Wikipedia: Sildenafil; Wirkungsmechanismus

Und eben dieses körperliche Problem der erektilen Dysfunktion ist für viele Männer so schwerwiegend, dass sie, auf Besserung hoffend, den Weg zum Arzt gehen. Die Jahre der Depression und Arbeitslosigkeit davor, waren nicht so wichtig. Doch wenn Willie seinen Job einstellt, ist Not am Mann; dann muss Besserung her.

Da sich die Fälle von jungen Männern mit erektiler Dysfunktion ab 2000 immer mehr häuften, beschlich den Forschern ein Verdacht, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von pornographischen Material und dem mangelnden Stehvermögen von Männern geben muss. Leider fehlte es zu dieser Zeit an jeglichen Kontrollgruppen, da alle Jungen und Männer in der westlichen Welt ab dem Alter von 10 Jahren bereits pornographisches Material konsumiert hatten – in aller Regel auch regelmäßig.

Es dauerte daher einige Jahre, bis sich eine Kerngruppe von Pionieren herauskristallisierte, die nachweislich über einen längeren Zeitraum frei von Pornos war. Sie dienten der Wissenschaft als Kontrollgruppe, um die schädlichen Langzeitfolgen von regelmäßigem Pornokonsum zu zeigen.

Pornos im jungen Alter

Bei den Forschungen hat sich herausgestellt, dass besonders junge Menschen (Teenager) enorm unter den Folgen von Pornokonsum zu leiden haben. Im Vergleich zu deutlich älteren Semestern ist ihr Gehirn noch im Wachstum und im neuroplastischen empfindsamen Prozess. Bei älteren Menschen sind dagegen die Strukturen des Gehirns deutlich gefestigter, weswegen die Dopamin- und Folgeschäden deutlich geringer ausfallen.

Gerade bei Pubertierenden ist es daher enorm wichtig, ihnen eine Vielfältigkeit von Sexualität vorzuleben und zu erläutern. Den Konsum von Pornos kann keiner verbieten. Aber wir können durch einen offenen Umgang mit dem Thema Sexualität in allen Facetten für ein anderes Bewusstsein sorgen. Wenn jedoch die Aufklärung von sexueller Scham auf der einen Seite und übersteigertem Pornogeficke auf der anderen Seite übernommen wird, entstehen viele Probleme. Deswegen sind unsere kostenfreien E-Mail-Lektionen nicht nur einfach eine Sammlung von Sextechniken. Vielmehr sind es Lektionen, die dir das volle Spekturm der Sexualität offenbaren. Von realen Pornosex bis zu tiefer zwischenmenschlicher Verschmelzung.

Ich dabei nicht nur die neurophysiologischen Gehirnschäden. Ich rede vielmehr von der unnatürlichen Vorstellung von Sex. In Pornos findet z.B. mit Ausnahme des Reibens der Fortpflanzungsorgane kaum körperlicher Kontakt statt.

Der reizarme Porno

Von Riechen und Schmecken ganz zu schweigen. Am wichtigsten wird das Aussehen, die Standhaftigkeit und die Anzahl der Orgasmen, welche unter lautem Stöhnen hervorgepresst werden. Es wird wichtiger, wie man eine Frau richtig leckt, anstatt gemeinsam die Herzen zu erleuchten.

Eine Frau zum Höhepunkt zu bringen beweist scheinbar mehr über die Fähigkeit als Mann, als ihre allumfassende Begierde zu entfesseln, die sich in einem göttergleichen Zustand miteinander paart. Wer schon mal unter Tränen grenzenloser Exstase zum Höhepunkt kam, weiß, dass Pornofilmchen dagegen wie billiges Daumenkino wirken.

Das Gefühl von Zeitlosigkeit, hemmungsloser Begierde und kosmischer Vereinigung kann niemals auf einer bunten Glasplatte dargestellt werden. Der sensorische Reichtum einer realen Begegnung kann unmöglich im stillen Rubbeln erreicht werden.

Und genau dieses Bewusstsein über Sexualität geht vielen jungen Menschen durch eine Aufklärung mittels Pornos verloren. Sogar viele Erwachsene haben kaum von dieser Frucht der Leidenschaft gekostet, weil ständig irgendetwas wichtiger war, als die Zeit für Intimität.

Der Schwanz kann noch so groß, das Stehvermögen noch so lange und ihr stöhnen noch so laut sein, aber die Landschaft des wahren sexuellen Potentials geht weit darüber hinaus. Erfahrungen dieser Art zeigen erst, wie arm und jämmerlich Pornos eigentlich sind. Wie traurig das Bild des jungen Individuums ist, welches da im stillen Kämmerlein einsam vor einer schillernden Glasplatte abrubbelt, um einen kurzen Moment der Erleichterung zu erfahren.

Reiße dich los – Weg aus der Pornosucht

Genau darum ist es so wichtig, jungen Menschen ein neues Bewusstsein über ihre Sexualität zu zeigen. Es spricht nichts gegen einen gelegentlichen Porno, aber wenn er die Basis von sexueller Stilbildung ist, leben wir unser Lustpotential auf Sparflamme.

Noch während ich diese Worte schreibe, habe ich jegliche Seitenverläufe, Videos oder Hinweise zu Pornoseiten von meinem Laptop gelöscht – wirklich wahr! Mir wurde mal wieder klar, worauf es mir persönlich tatsächlich ankommt. Reale Sexualität mit allen Sinnen und kein zensiertes Daumenkino mit billigen Spezialeffekts.

Mein ungewöhnliches Experiment aus der Sucht

Als ich mich das erste Mal entschied, für 90 Tage auf jeglichen Pornokonsum zu verzichten, wusste ich nicht, auf was für eine Art von Experiment ich mich einlassen würde. In Fachkreisen nennt sich dieser Selbstversuch »NoFap Challange«. Die Herausforderung besteht darin, innerhalb einer festgelegten Zeit keine Pornos zu konsumieren bzw. keine Ejakulation zu haben.

Nicht jeder startet beim ersten Mal mit beiden – ich schon. Ich wollte wissen, wie es ist 90 Tage weder Pornos zu konsumieren noch zwischendurch abzuspritzen. Dieses Experiment ist mittlerweile 3 Jahre her und ich habe es bereits 3 mal wiederholt. In diesem Video beschreibe ich dir, wie es mir damit ging und was vor allem mit mir geschah, als ich mit einer Frau Sex hatte.

 Wow, kaum ein Experiment hat mein damaliges Leben mehr beeinflusst als jenes. Seit dieser Zeit habe ich erst ein Gespür dafür bekommen, wie viel Energie beim Ejakulieren verloren geht, wie sehr mein Potential durch regelmäßiges Wichsen bzw. Pornokonsum unterdrückt wurde und was für eine Form von nonverbaler Anziehung mit Frauen eigentlich möglich ist.

Ich habe diesen Hinweis schon vielen Männern gegeben und wir weisen auch regelmäßig in unseren E-Mail-Lektionen darauf hin. Und bisher gab es jedes Mal das gleiche Feedback:

»Danke für diese Übung. Seitdem habe ich mehr Energie, deutlich mehr Klarheit und Fokus. Ich sprudel über vor Kreativität und meine Angst vor Frauen ist deutlich geringer geworden. Ich traue mich Frauen auf der Straße anzusprechen und ihnen ein Kompliment zu machen. Das wäre früher nie möglich gewesen und jetzt ist es Teil meines Lebens geworden – danke!«

Pornosucht in der Rückwärtsbewegung

Denn ja, je nachdem wie stark ein Mann von Pornos abhängig war und inwiefern er davon geprägt wurde, können die Ergebnisse der NoFap Zeit gravierender kaum sein. Die erste Woche gehen die meisten durch eine Phase der Läuterung. Ich hatte verrückte Alpträume, meine Gedanken kreisten um stöhnende Frauen und wackelnde Brüste. Eine laute Stimme ermahnte mich in dirty talk Manier, ich solle das Experiment abbrechen und endlich wieder die Porno – Filmchen anschauen.

Mein Wille blieb jedoch hart – wo andere Dinge weich blieben. Ich traf mich mit Freunden, lenkte mich ab und mied bewusst das Internet, um keine Möglichkeit zu schaffen, in denen ich schwach werden konnte.

Es gab Phasen, da hatte ich Schweißperlen auf der Stirn und litt unter entzugsbedingten Hitzewallungen. Auch an dieser Stelle zeigen verschiedene Forschungsergebnisse, dass besonders junge Menschen, aufgrund ihrer Gehirnentwicklung, länger mit dem Pornoentzug zu tun haben, als ältere Menschen.

Doch schließlich kam die Wende

Nach zwei Wochen legte sich der Pornosog. Ich wurde entspannter, mein Kopf freier und meine Gedanken klarer. Plötzlich fiel mir auf, wie leicht ich durch die Straßen lief. Ich nahm äußere Eindrücke wesentlich deutlicher wahr. Mein Blick war nach außen gerichtet und ich war auf Empfang gepolt. Frauen lächelten mir nach, komplexe Zusammenhänge erschlossen sich mir kinderleicht und ich war vielen Menschen um mich herum immer einen Gedankenschritt voraus.

Ich kam mir vor, als wäre ich erwacht – wirklich! Ich hatte Energie im Überfluss und blieb ich stehen, hatte ich das Gefühl zu platzen.

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Unbegrenzte Power, dank hormoneller Intensität sowie Triebzurückhaltung

Das steigerte sich immer weiter. Zu dieser Zeit hatte ich eine Vollzeitausbildung als Krankenpfleger, einen täglichen Nebenjob, ging mehrmals pro Woche zum Sport und begann diesen Blog zu schreiben. Dieses Experiment hat entscheidend dazu beigetragen, dass du jetzt überhaupt diese Worte lesen kannst. Und glaube mir, ich übertreibe nicht, sondern das ist die gelebte Realität von allen, die dies ausprobiert haben!

Aus der Pornosucht in den Kosmos

Und dann kam nach 90 Tagen mein erstes Mal. In dem Moment meines Kommens fühlte ich mich, als würde ein Teil von mir abreißen. Als wäre ich aus meinem Körper hinaus ins Weltall geschleudert worden und schwebte in einer Wolke der Wärme sowie Geborgenheit durch den Kosmos.

Ich weinte, zitterte, zuckte, schluchzte und lachte. Und danach war Ruhe in meinem Kopf. Eine solche Ruhe und Zufriedenheit aus mir kannte ich bis dahin nicht. Es war für mich so fremd und gleichzeitig so vertraut, dass ich wusste, davon will ich in Zukunft mehr haben. Und davon habe ich auch mehr. Dieses Experiment war der Beginn einer sehr aufregenden Reise in die Sexualität weit außerhalb von Porno und Co.

Als ich übrigens das nächste Mal einen Porno schaute, merkte ich erst, wie langweilig das alles auf mich wirkte. Nach wenigen Augenblicken habe ich ihn interessenlos weggeklickt und mich mit etwas anderem beschäftigt.

Das Daumenkino der Pornosucht im Überblick

Ich hoffe, ich konnte dir veranschaulichen, wie Pornos unser gesellschaftliches Bild in den letzten 50 Jahren maßgeblich verändert haben. Das hinter den schönen Bildchen mehr steckt, als man zuerst vermuten mag. Wie deine biologischen Veranlagungen stimuliert werden, woran du eine Pornosucht erkennen kannst und was die verheerenden Auswirkungen einer Pornosucht in deinem Leben bewirken können.

Ich hoffe gleichzeitig, dir ein wenig Neugierde für ein Experiment der besonderen Art eingepflanzt zu haben, welches dir enorm dabei helfen wird, dein sexuelles Potential zu erfahren sowie zu beflügeln. Falls du jedoch Schwierigkeiten haben solltest, auf Pornos dauerhaft zu verzichten, möchte ich dir hier weiter helfen. Ich möchte dir die Welt zeigen, die hinter den Pornos steht, eine Welt, die weit über alles hinausgeht, als das, was du gerade für dich gerade für möglich hältst.

Dabei zeige ich dir zum Beispiel:

  • Die 2 Finger Methode, mit der Frauen garantiert abspritzen
  • 6 Schritte, Frauen in den Orgasmushimmel zu lecken
  • Kommen, wenn du es willst – so wirst du 4 mal länger Sex haben
  • Nie wieder Erektionsstörungen – die Mentaltechnik für deine standhafte Libido

Trage dich dafür einfach mit deiner E-Mail unten ein und klicke auf: »Ja, ich bin dabei!« Viel Spaß!

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Quellenverweise   [ + ]

1. Spiegel Online: Sexuelle Revolution in Iran: Erst kommt die Lust, dann die Moral – 26.03.2013
2. Constantin Film: Inside Deep Throat; 09.02.2006
3. PC-Welt.de: Porno-Seiten machen 30 Prozent des gesamten Internet-Traffics aus: 08.05.2013
4. Zeit-Online: Das Rätsel der erlahmenden Libido; 04.06.1998
5. Stern.de: Was beim Sex im Kopf passiert
6. TEDxGlasgow – Gary Wilson: The great porn experiment; 7:30min
7. Wikipedia: Sildenafil; Wirkungsmechanismus

24 Kommentar

  1. Es gibt Leute, die sind süchtig nach Hände waschen.
    Es gibt Leute, die sind süchtig nach Pornos gucken.

    Das bedeutet nicht, daß Hände waschen oder Pornos gucken etwas Schlechtes ist.

    Suchtverhalten hat psychische Ursachen, die nichts zu tun haben, mit dem wonach man süchtig ist. Handwaschseife und Pornos sind nicht die Ursache von Suchtverhalten.

    Noch mal ganz deutlich: Pornos machen nicht süchtig.

    Sexualität gehört zum Mensch sein.
    Spaß an Pornos zu haben, ist menschlich.

    Wer mit Pornos nicht sinnvoll umgehen kann, sollte sein zu Grunde liegendes psychisches Problem lösen.

    Du schreibst über Deine Pornosucht. Wenn Du tatsächlich Pornosüchtig gewesen sein solltest, dann hast Du ein psychisches Problem. Dieses Problem verschwindet nicht durch Porno-Verzicht. Es wird in neuer Gestalt woanders wieder auftreten.

    Statt Pornos abzulehnen, wäre es besser zum sinnvollen Gebrauch anzuleiten. Auf Pornoseiten fehlt leider die Gebrauchsanleitung. Ich schreibe gerade an einer Bedienungsanleitung für Porno.

    –Harald–

    • Hey Harald,
      super Beitrag – danke dir! Ich gebe dir absolut recht, dass es einen Unterschied zwischen der Motivation zu einer Sucht und dem daraus resultierenden Verhalten gibt. Und gerade im Falle der Pornographie möchte ich zusätzlich darauf hinweisen, warum sich dieses Verhalten so schnell in uns einschleicht (siehe Coolidge Effekt) bzw. als festen unauffälligen bestandteil etabliert.
      Das dahinter in aller Regel, wie bei fast allen Süchten, eine soziale Verarmung liegt, möchte ich natürlich nicht unerwähnt lassen – danke dir nochmals für den beitrag Harald.
      Sehr freue ich mich mehr von deiner Bedienungsanleitung zu erfahren.

    • Hallo, irgendwie bin ich gerade ein bisschen sprachlos und auch schockiert! Entweder bist du pornosüchtig und kannst es dir nicht eingestehen und suchst Entschuldigungen, oder du hast keine Ahnung, was Pornosucht anrichten kann. Und dann halte ich deinen Beitrag für gefährlich! ich selbst habe jahrelang mit einem pornosüchtigen Mann gelebt und musste die Auswirkungen an ihm, mir und meiner Familie erleben! Pornos können etwas schönes sein, ja, wenn man aber die Kontrolle verliert, (wie bei jeder anderen Sucht auch) dann ist es extrem gefährlich! Verharmlosung halte ich an dieser Stelle nicht für angebracht! Und Hut ab vor jedem Mann, der es aus diesem Kreislauf schafft!

      • Harald

        Hallo Sonja,

        Du schreibst:
        > Hallo, irgendwie bin ich gerade ein bisschen sprachlos und auch schockiert!
        > Entweder bist du pornosüchtig und kannst es dir nicht eingestehen und suchst
        > Entschuldigungen, oder du hast keine Ahnung, was Pornosucht anrichten kann.

        1. Ich bin nicht süchtig.
        2. Es gibt keine Pornosucht. Es gibt Zwangshandeln, das sich auf Pornos beziehen kann.
        3. Das worauf man süchtig ist, ist nicht Ursache, sondern Symptom.

        > Und dann halte ich deinen Beitrag für gefährlich! ich selbst habe jahrelang
        > mit einem pornosüchtigen Mann gelebt und musste die Auswirkungen an ihm, mir
        > und meiner Familie erleben!

        Es tut mir leid, daß ihr in so großen Schwierigkeit wart oder immer noch seid.
        Möglicherweise bist Du co-abhängig. Das ist ebenfalls eine Zwangsstörung.
        Zwangsstörungen sind heilbar. Hoffentlich seid ihr in Behandlung.

        > Pornos können etwas schönes sein, ja, wenn man
        > aber die Kontrolle verliert, (wie bei jeder anderen Sucht auch) dann ist es
        > extrem gefährlich! Verharmlosung halte ich an dieser Stelle nicht für
        > angebracht! Und Hut ab vor jedem Mann, der es aus diesem Kreislauf schafft!

        Pornos sind nicht die Ursache der Zwangsstörung. Zwanghafter Pornokonsum ist nur ein Symptom.

        Heute haben mehrere Milliarden Menschen mit Vergnügen Pornos genossen, ohne dabei irgendwelche Probleme zu erleiden. Ich habe im Moment keine Zeit für Pornos oder andere Unterhaltung. Ich bin sexuell ausgelastet und habe auch sonst viel zu tun.

        Zwangsstörungen werden durch Traumatisierungen verursacht. Meistens geschehen diese Traumatisierungen in den ersten fünf Lebensjahren. Falls ihr noch nicht in Therapie seid: geht bitte zu einem Psychologen.

        Enthaltsamkeit ist kein Ersatz für Therapie. Enthaltsamkeit bekämpft nicht die Ursache der Störung. Enthaltsamkeit ist nur das Auswechseln einer Zwangshandlung gegen eine andere. Therapie hilft wirklich.

        Ich wünsche Euch alles Liebe und Gute!

  2. ======================================
    Gebrauchsanleitung Porno (Version 0.1)

    {Dieser Text ist frei von Rechten und darf von Jedermann beliebig verwendet werden}

    Pornos gucken ist nichts Peinliches. Es ist natürlicher Ausdruck Deiner männlichen oder weiblichen Sexualität. Ja, auch Frauen genießen Pornos und nicht mal viel seltener als Männer.

    Es dürfen also ruhig alle wissen, daß Du Pornos guckst. Erzähl es Deinen Freunden und Freundinnen. Diskutiert mal drüber, welche Pornos ihr gut findet.

    Ich finde Gianna Michaels besonders gut. Sie lebt ihre weibliche Sexualität hemmungslos aus. Sie fordert von ihren Partnern vollen Einsatz. Mancher ihrer Partner scheint sich zu fragen, ob er da noch lebend rauskommt. Ich hatte mal eine ebenso temperamentvolle Partnerin (Hallo Doris!).

    Männer und Frauen sollten ihre Sexualität voll ausleben. Es würde allen gut tun.

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    Bei verkehrtem Gebrauch von Pornos kann es Probleme geben

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    Problem 1: Zu schneller Geschlechtsverkehr

    Beim Masturbieren zu Pornos gewöhnt sich Dein Körper an eine sehr kurze, steile Erregungsphase. Der Orgasmus kommt dann schon nach zwei bis drei Minuten rubbeln an Schwanz oder Klitoris. Dein Körper gewöhnt sich daran und mit einem realen Partner geht es dann leider ebenso schnell.

    Lösung: Pornos und Masturbieren entkoppeln. Erst Pornos gucken ohne Masturbieren. Später masturbieren ohne Porno. So steigert sich die Erregung langsamer. Dein Körper kann lernen, die Erregung länger zu halten.

    Zehn Minuten vom Beginn der Erregung bis zum Orgasmus sind ein guter Anfang. Zwanzig Minuten sind schon viel. Zwischen dreißig Minuten und eine Stunde geht es dann richtig los. Es geht auch noch länger, muss aber nicht sein.

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    Problem 2: Mit dem Schwanz in der Frau und mit den Gedanken beim letzten Porno

    Das ist mir leider auch schon passiert. Es verhindert die emotionale Vereinigung und reduziert den Sex auf die körperliche Vereinigung. Guter Sex sollte beides sein.

    Lösung: Erst mal entspannen und emotional auf den Partner einstellen. Dann körperlich aktiv werden. Den Partner mit allen Sinnen wahrnehmen und bewusst genießen.

    Wie beim Pick-Up ist Präsenz im Hier und Jetzt notwendige Voraussetzung für ein gutes Erlebnis.

    Beim Sex an jemand anders denken kann aber auch Spaß machen. Das ist OK. Es sollte nur nicht passieren, wenn Du es nicht willst.

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    Problem 3: Pornos gucken befriedigt Dich nicht und Du machst es trotzdem

    Wenn Pornos gucken Dich nicht befriedigt, dann hast Du vielleicht übertriebene Erwartungen.

    Dasselbe Problem kann beim Sex mit einem Partner auftreten. Du hast zwar Sex, bist aber nicht glücklich. Also nimmst Du den Nächsten und so weiter, immer in der Hoffnung, daß Du irgendwann einen Partner findest, der Dich glücklich macht.

    Was kann Sex Dir geben? Sexuelle Befriedigung. Sonst nichts.
    Alle weiter gehenden Erwartungen werden enttäuscht werden.

    Sex kann Dich nicht glücklich machen.
    Pornos können Dich nicht glücklich machen.
    Schokolade kann Dich auch nicht glücklich machen.
    Nur Du selbst kannst Dich glücklich machen, indem Du zu Dir selbst findest.

    Ich habe zwei Frauen kennen gelernt, die über hundert Sexpartner hatten und unglücklich waren. Sie hatten auch mit keinem einen Orgasmus. Sie warteten darauf, daß der Partner ihnen einen gibt. Und sie erwarteten, daß der Partner sie glücklich macht. So geht es nicht.

    Jeder ist für seinen Orgasmus selbst verantwortlich.
    Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich.

    Jetzt mache ich mir ein kleines Vergnügen. Bis demnächst…
    -Harald-

    • Der erste Schritt den man machen muss, ist zu erkennen, dass man süchtig ist und das sollte man auch akzeptieren, sonst kommt man mit irgendwelchen Ausreden und Rechtfertigungen an.

  3. Hallo!

    Vorweg ich bin 24 Jahre alt.
    Ich denke ich habe ein Problem dass dieser Artikel ziemlich gut beschreibt.
    Bin mit meiner Freundin jetzt genau 1 Jahr zusammen und bekomm seit 2 wochen keinen mehr hoch. Könnte daran liegen dass ich mich im Schnitt 3 mal täglich selbst befriedige. Hab jetzt 3 Tage Pause gemacht und immer noch nichts mach mir selber ziemlich viel Druck was es noch schwerer macht. Werds jetzt mal länger ohne Pornos versuchen aber soll ich in der Zeit dann auch nicht mit meiner Freundin schlafen? Denk kaum dass die das 90 Tage mitmachen würde weil sie eig schon oft Lust hat.. hoffe es funktioniert bald wieder will sie nicht enttäuschen

    Liebe Grüße

    • Nö, ich würde schon mit der Freundin schlafen, ABER ohne Fokus auf penetration. Gerade um den Druck weg zu bekommen lohnt es, wenn ihr euch Abende frei haltet, wo ihr jede Form von Intimität teilen dürft, außer Penis und Muschie…. Lecken, küssen, beißen, alles erlaubt. Solche Abende nehmen aus Erfahrung sehr viel Druck aus dem Kopf; du wirst merken warum 😉

    • Hallo Markus,

      keine Erektion haben, wenn man gerne eine hätte, das ist ärgerlich. Das erlebe ich auch manchmal. Das empfinde ich dann nicht als Scheitern, denn ich habe darauf keinen Einfluß. Mein Schwanz entscheidet nach seinem Willen, ob er steif wird, oder nicht nicht.

      Mann könnte es so sehen: Der Schwanz hat sich entschieden: “Mit dieser Frau und unter diesen Bedingungen habe ich Jetzt keine Lust.” Mit einer anderen Frau oder unter anderen Bedingungen hätte er sicherlich Lust gehabt.

      Nun genießt Du seit mindestens 10 Jahren Pornos und Selbstbefriedigung. Erektionsprobleme gab es bisher nicht. Warum sollte da jetzt plötzlich ein Problem sein?

      Drei Mal am Tag masturbieren ist für einen jungen Mann nicht viel. Schädlich ist es mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil: es hält fit.

      Pornos genießen schadet der Erektion bestimmt nicht. Im Gegenteil: es steigert den Testosteronspiegel.

      Wer pornosüchtig ist, will überhaupt keinen Sex mit einer Frau, sondern statt dessen lieber Pornos gucken. Das ist wohl bei Dir nicht der Fall.

      Warum bleibt denn nun die erwünschte Erektion aus? Warum hat er mit dieser Frau und unter diesen Bedingungen keine Lust?

      Bei mir liegt es meistens daran, daß die Frau mich nicht respektiert, als Mensch und als Mann. Auch wenn mein Bewußtsein es nicht gleich erkennt, mein Schwanz erkennt es sofort. Er wird nur dann steif, wenn die Frau ihn wirklich begehrt. Die Frau begehrt nur, wenn sie respektiert. Sie will einen dominanten Mann.

      Wenn meine Partnerin mich nicht respektiert, dann verschaffe ich mir zunächst den nötigen Respekt. Dann geht es weiter.

      Ihr seid schon ein Jahr zusammen, das ist eine lange Zeit.

      Sie kennt Dich sehr gut, auch Deine Schwächen. Der Sex ist kein Abenteuer mehr. Ihr Respekt für Dich kann nachgelassen haben. Dein Schwanz erkennt das schneller als Du.

      Vielleicht bist Du es, der Abwechslung braucht. Bei einer anderen Frau hat er bestimmt wieder Lust. Du könntest das in der Phantasie durchspielen.

      Eure Beziehung tritt in eine neue Phase. Es läuft nicht automatisch weiter wie bisher. Wenn ihr offen darüber sprecht und einen gemeinsamen Weg findet, kann es weiter gehen.

      Wenn ihr keinen gemeinsamen Weg findet, ist eine entschlossene Trennung besser als elendes weiter Wursteln. Leichter gesagt als getan.

      Martins Empfehlung zu erotischer Begegnung ohne Sex finde ich gut.

      Miteinander Spaß haben, Spielen, Rangeln und eine Prise BDSM ausprobieren. Meistens hilft das.

      Harald

      • Danke für dein gutes und ausführliches Kommentar 🙂

      • Dennis

        Erstmal vielen Dank für den Artikel und ich glaube, Ihr sprecht damit auch wirklich relevantes Thema an.

        Habe vor etwas weniger als einem Jahr viele Pornos angesehen und dabei (oft) gekifft. Irgendwann bekam ich auch Schwierigkeiten mit meinem Penis, er hat sich zunehmend stärker geweigert steif zu werden und es war ein Kampf da überhaupt etwas rauszuwürgen.

        Mittlerweile habe ich eine (neue) Freundin und habe seit … Monaten nicht mehr gewichst. Ja, ich weiß nicht einmal wie viele Monate. 5, vielleicht 6 oder noch mehr. Manchmal habe ich Bock auf einen Porno (interessanterweise eher morgens) und dann gucke ich mir auch einen an, lasse das Wichsen dabei allerdings sein und empfinde es mittlerweile sogar als “stilvoller”.

        Ansonsten habe ich keinerlei Schwierigkeiten einen hoch zu bekommen. Ganz im Gegenteil, etwas Nähe zu meiner Freundin reicht. Der Sex hat für mein Empfinden eine gute Dauer (nicht zu kurz, nicht ausartend langatmig), gute Intensität und ich bin mit Kopf und Körper voll und ganz dabei sie zu ficken. Zum Vergleich: Damals hatte ich teils das Gefühl beim Sex eine Nebelwand im Kopf zu haben.

        Haralds Kommentar halte ich für extrem oberflächlich, hier ein kurzer Ausschnitt:
        “Warum bleibt denn nun die erwünschte Erektion aus? Warum hat er mit dieser Frau und unter diesen Bedingungen keine Lust?

        Bei mir liegt es meistens daran, daß die Frau mich nicht respektiert, als Mensch und als Mann.”
        Vielleicht respektierst du dich auch nicht als Mann, weil du keinen hochbekommst und projezierst das einfach nur auf die Frau und keine Eigenverantwortung für deinen Schwanz zu übernehmen. Stattdessen musst du dir “Respekt verschaffen” … klingt für mich nach unzureichender Selbstachtung.

        Ein Mann verschafft sich keinen Respekt, er genießt welchen.

        PS: Meine Freundin habe ich draußen “auf der Straße” kennen gelernt nachdem ich eine Woche lang nicht gewichst hatte. Ich habe sie angelächelt, sie mich. Habe es wie Caesar gehandhabt: Ich kam, ich sah, ich siegte. Sie ist ziemlich heiß … und ich habe Bock. Byebye, muss jetzt gehen….

  4. Hi Martin,

    einen sehr spannenden Artikel hast du geschrieben. Wenn Dopamin im Spiel ist, können wir immer süchtig werden. Auch durch Drogen wird Dopamin ausgeschüttet.

    MFG Philipp

  5. Hey zusammen,
    ich möchte hier mal meine Erfahrungen mit meinem Pornokonsum mit euch teilen, denn ich kann manche Statements von Harald nicht so ganz richtig heißen.
    Kurz zu mir, ich bin 22 Jahre alt und habe schon mit beiden Seiten Erfahrungen gemacht, hoher Pornokonsum gepaart mit 3x am Tag Selbstbefriedigung und eine 3 Monatige „NoFap und NoPorn- Challenge“.
    Mein Fazit dazu:
    Doch Pornos machen süchtig und den Vergleich mit dem Händewaschen finde ich nicht ganz passend, weil unsere Sexualität so tief in uns verankert ist und ganz andere Bedürfnisse anspricht als Hände waschen.
    Ich bin mit Pornos in meiner Jugend aufgewachsen und Selbstbefriedigung mit Pornokonsum gehörte für mich einfach dazu und ging bzw. wollte ich gar nicht mehr anders, bis ich merkte das irgendetwas falsch läuft.
    Um das Ganze nicht zu weit zu treiben, doch Pornos machen schnell abhängig weil man mit wenig Aufwand einfach schnell ein geiles Gefühl bekommt und sehr schnell den Bezug zu sich Selbst und der Realität verliert.
    Habe diesbezüglich auch mit Freunden darüber gesprochen und bin bei weitem nicht der einzige dem das so geht.

    Zu der Behauptung dass 3x am Tag Selbstbefriedigung gesund sein soll und fit hält, naja das kann ich auch nicht so ganz unterstreichen.
    Das habe ich bis zu meinem 20 Lebensjahr so gemacht, bis ich mich mit meiner Sexualität mehr auseinander gesetzt habe und merkte wie viel Power und Energie in unserem männlichen Samen 😛 eigentlich steckt. Diese Power tagtäglich und öfters zu entladen ist gar nicht gut und jeder der schon einmal eine NoFap Challenge gemacht hat, weiß wovon ich rede.

    Hätte über das Thema noch so viel zu sagen, aber das würde deutlich den Rahmen sprengen.

    Kann nur jedem raten sich mit diesem Thema wirklich genauer auseinander zu setzten und seine eigenen Erfahrungen zu machen!

    Dickes Dankeschön an Martin für den super Artikel!

    Grüße Marcel

  6. Hallo zusammen, interessante Diskussion. Zu dem Thema gibt es sicher mehrere Wahrheiten. Ein schönes Forum findet ihr übrigens auch unter http://www.onlinesucht.de. Da stöbere ich viel. Aktuell beschäftigt mich das deswegen, weil mein Mann auch darunter “leidet”. Aus Spaß hat sich eine Abhängigkeit ergeben, die teilweise seinen Tagesablauf stört und seit einiger Zeit auch unser Sexleben. Pornos gehören für mich auch dazu und da man durch die Medien ständig damit in Berührung kommt, kann man sich dem auch nicht entziehen, sondern muss ein gesundes Verhältnis dazu erhalten, was zugegebenermaßen echt schwer ist bei dieser Sexflut. Nicht umsonst sagt man, dass unsere Gesellschaft “oversexed and underfucked” ist. Wenn ich mich mal als Frau outen darf (und da spreche ich sicher auch für andere Frauen): Selbstbefriedigung und Pornos können in gesundem Maße teil einer Beziehung sein und machen dann auch Spaß. Da gebe ich Harald recht. Wenn man offen damit umzugeht, dann steigert das die Lebensqualität ungemein… Offenheit ist die eine Sache. Verantwortlichkeit die andere. In wieweit kann ich den Kosum verantworten ohne mich und andere zu gefährden bzw. die eigene und auch gemeinsame Lebens-/Liebesqualität zu verschlechtern? Den Maßstab und das Feingefühl muss jeder für sich entwickeln. Was das Reinziehen von zuviel verschiedenen nackten Tatsachen verursacht, spüre ich seit Jahren ohne zu wissen, woher es kommt. Mein Mann hat vor unserer Beziehung damit angefangen, es übertrieben und es damit alles andere als verantwortlich “betrieben”. Und da spreche ich nur davon, dass ich darunter leide, sondern auch seine Gesundheit. Ja, diese Dopamin-Geschichte ist kein Ammenmärchen. Studien gibt es dazu schon. Das Hirn wird überreizt, stumpft ab und verfällt in eine Abhängigkeit. Kaum aber eben auch vorstellbar, was einem als Partner/in durch den Kopf geht, wenn man es selbst herausfindet. Wenn man die Erfahrungsberichte so liest, dann soll man sich als Partner keine Vorwürfe oder Schuldgefühle machen!? Schwierig. Eine schwache psychische Verfassung legt m.E. den Grundstein, in unserem Fall würde ich seine Mutter/meine Schwiegermutter mit verantwortlich machen, da sie ihrem Sohn/meinem Mann kein gutes Männer- und auch kein gutes Frauenbild mit auf den Lebensweg gegeben hat… usw. Eine Mitschuld hat man vielleicht aber schon auch als Partner. Ich weiß nicht, ob fehlender Respekt eine Ursache ist oder Gewohnheit. Mein Mann sagt, er liebt unseren Alltag. Prüde bin ich jedenfalls ganz bestimmt nicht, im Gegenteil. Vielleicht war das aber auch zuviel des Guten. Keine Ahnung. Viel mit dem Partner/der Partnerin reden, von Anfang an, das kann ich Markus nur ans Herz legen. Mein Mann sagt, er liebt mich über alles. Obwohl das Vertrauen derzeit weg ist (es ist schon fast wie Betrügen, auch wenn er es angeblich nur allein praktiziert hat), kann es funktionieren, dass man den Reiz füreinander wieder entdeckt oder neu kennenlernt. Dann kann das gemeinsame Bewältigen der Sucht/Abhängigkeit doch eigentlich nur eine Bereicherung für die Beziehung werden. Ich hoffe, das ist nicht zu naiv. We will see!
    Achja…. zu guter Letzt. Mein Mann nimmt (von sich aus) Hilfe von außen in Anspruch. Unabhängig davon haben wir unseren Umgang miteinander besprochen. Dieses “90-Tage-Konzept” von Martin fand er super. Er will sofort damit starten. Mit Rückschlägen rechne ich, er ist optimistischer. Wichtig ist, dass er ehrlich mit sich und mir ist. Keine Lösung ist für uns auch der komplette Sexverzicht, denn… man(n) will den Sex miteinander ja wieder entdecken, während man den “anderen Sex” einstellt. Das funktioniert – laut meines Mannes – nur parallel. Finde ich gut! Als Partnerin fragt man sich zurecht, wie kann ich unterstützen. Ich nehme mich zukünftig etwas zurück, lasse ihn “ankommen”, provoziere vielleicht mal bewusst etwas unauffällig. Er weiß, dass ich immer auf seine Bedürfnisse eingehe und so will er versuchen den Sex, den er mir bisher vorzog, durch “echten” Sex zu ersetzen, sich wieder heranzutasten, das Gehirn vom bisherigen Sex zu entwöhnen und den (anders) genussvollen Sex wieder zu erlernen. Ich bin trotzdem offen für Anregungen von den Betroffenen hier. Was wünscht ihr euch an Unterstützung (wenngleich das wenig sein dürfte, am Ende hilft nur der eigene Will)? … trotzdem die Frage in die Runde…
    Grüße, Julia

    • Wow, danke Julia für´s Teilen deiner Erfahrung und eurer Geschichte. Woooow!
      Ja, dieses Thema bildet enormen Sprengstoff und gleichzeitig Entwicklungspotential in der heutigen Zeit.
      Ich drücke euch die Daumen für euer weiteres Gelingen. Haltet mich/uns gerne auf dem Laufenden, wie es voran geht bzw. an welchen Stellen ihr euch neue Ideen wünscht 🙂

  7. Masturbieren ist wichtig.

    Zum Thema “Männlichkeit stärken” gehört Masturbieren dazu. Techniken wie Ejakulationskontrolle und langanhaltende Erektion kann man nur mit Masturbieren lernen.

    NoFap ist keine Heilung.

    Wer zwanghaft masturbiert, kann sich nicht vorstellen, daß der größte Teil der Menschheit ganz ohne Zwanghaftigkeit masturbiert.

    Wer gesund ist, kann entspannt und genussvoll masturbieren. Hat man gerade keine Lust zum Masturbieren, kann man ebenso entspannt und genussvoll Musik hören oder spazieren gehen, ohne dabei an Masturbieren zu denken. So geht es den meisten Menschen.

    In der Diskussion melden sich meistens die wenigen zwanghaften Masturbierer zu Wort. Die anderen Leute haben ja kein Problem, das zu diskutieren wäre.

    Zwanghafte Masturbierer versichern sich gegenseitig, wie sehr sich das Leben durch NoFap verbessert habe. Das kann sich als Illusion erweisen. Denn NoFap ersetzt zwanghaftes Masturbieren durch ebenso zwanghaftes Nicht-Masturbieren. Die Zwanghaftigkeit bleibt. Die Zwangsstörung ist erst geheilt, wenn die Zwanghaftigkeit weg ist. Psychotherapeuten haben wirksame Heilmethoden für Zwangsstörungen.

    Sex ist natürlich und gut. Masturbieren ist gesund, wenn es aus Lust getan wird und nicht aus Zwang. Die Häufigkeit ist unwichtig. Es kommt auf die innere Haltung an.

    Ich wünsche allen, die an einer Zwangsstörung leiden, eine baldige Genesung und viel Spaß beim Sex, egal ob allein oder zu zweit!

    • Danke und Ja Harald. Viele wahre Worte. Mir geht es vor allem darum, verschiedenes auszuprobieren, um seine Zwänge zu erkennen und zu bewältigen.
      Auch ich mastubiere noch – mal mehr und mal weniger. Mehr aus der Lust, weniger aus Frust.
      Das war ein Weg, den ich unter anderem erst durch solche Experimente wie dem da oben gehen konnte.
      Und so verstehe ich meine Artikel auch. Als Einladung etwas zu hinterfragen und neues Verhalten auszuprobieren. Denn erst die Tat, die aus freiem Willen erfolgt, hat die Kraft wirklich großartiges im Innen wie im Außen entstehen zu lassen.

      Danke dir für diese Ergänzung Harald!

  8. Hallo.
    Es ist wie immer im Leben: die Dosis macht das Gift. Ich denke nicht, dass wir über ein normales Maß an Masturbation und/ oder Pornokonsum sprechen müssen. Es ist vielmehr der krankhafte Zwang gepaart mit dem schmerzhaften Versagen in der Realität. Und in jeder Sucht ist der Verzicht auf das Suchtmittel der erste Schritt zur Heilung. Den Suchtdruck auszuhalten und neue Kompensationsmechanismen finden. Dass sich nach dieser ersten Phase die intensive Auseinandersetzung mit sich selbst, den eigenen Unzulänglichkeiten, Unsicherheiten und Defiziten im Leben anschliessen muss, ist für sich sprechend.
    Mein Mann ist ebenfalls betroffen und hat von ganz alleine bemerkt, dass sein Pornokonsum ihn verändert hat. Die aktive Auseisandersetzung in Verbindung mit Sucht kam erst im zweiten Schritt.
    Ich bin bei meinen Recherchen zuerst auf diesen Blog hier gestoßen und danke Martin für diesen Einblick, der es mir auch leichter macht mit der Sache umzugehen. Denn bei allem Verständnis und Wissen über das Thema bleibt das eigene verletzte Ego an der Seite eines pornosüchtigen Mannes.
    Ich bin dankbar dafür, dass wir offen miteinander sind und zumindest hierfür das Vertrauen gross ist. Er ist auf der Suche nach einem Therapeuten und befindet sich bereits in der “Challenge” (finde diesen Begriff ziemlich blöd, auch wenn es das natürlich ist. Für mich ist es mehr als der sportliche Wettbewerb ums Nicht- Masturbieren).
    Tun kann ich nichts weiter als ihn liebevoll zu unterstützen, ihn nicht mit Schuldgefühlen zu überladen und dabei Sorge zu tragen, nicht Co- abhängig zu werden. Denn helfen kann nur: Offenheit, Initiative, klarer Blick und im Zweifelsfall Konsequenz.
    Drückt uns die Daumen.
    Nicole

  9. Hallo Leute,
    Noch nie in meinem Leben war ich so sprachlos, erschüttert und zugleich unbeschreiblich erleichtert. Diese miese Sucht, zieht sich durch mein ganzes Leben und hat mir alles genommen! Wie konnte ich das nur zulassen. Dieser Artikel und die Kommentare, sind der fehlende Baustein, den ich immer gesucht habe.
    Ich werde mich jetzt nicht dafür bestrafen, sondern mich zu meiner Frau ins Bett legen, sie um Verzeihung bitten und Gott danke sagen, dass er mir diese Möglichkeit aufgezeigt hat, endlich mein echtes Leben, voller Erfüllung, Liebe und Leidenschaft zu Leben.
    Ich kann nicht im Ansatz die Worte finden um mich hier zu bedanken. Aber das möchte ich hiermit tun.

    DANKE und alles erdenklich Gute!

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